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Warum spielen wir Futsal?

Aktualisiert: 19. Dez 2019

Heutzutage wird in deutschen Wintern nichts intensiver diskutiert, als die Frage:

Futsal oder "normaler" Hallenfussball?


Wir sind grosse Fans, des bandenfreien und technisch anspruchsvolleren Futsalsports.


Die Vorteile liegen unserer Meinung nach auf der Hand:

  • Verbesserte Ballkontrolle nötig (engerer Raum, höherer Gegnerdruck)

  • Freilaufverhalten wird gefördert (ohne die Bande, muss mein Mitspieler mir helfen)

  • mehr Ballbesitz pro Spieler (210% mehr als beim Spiel mit Bande)

  • man muss präziser spielen (kleinere Tore, Auslinie)

  • bei komplettem Regelwerk ist eine mutigere Spielweise nötig (1gg1 suchen)

Die Spieler werden durch den Futsal also besser, aufmerksamer und genauer.


Der Jugend-Futsal hat jedoch Optimierungspotenzial.

Doch was kann man bei Jugend-Futsalturnieren oft beobachten?

  • Spieleröffnung meist mit einem langen Abwurf oder sogar Abschlag (!) 🤦‍♂️

  • ständiges Rückspiel zum Torwart, der den Ball dann wieder in die Hand nimmt (bei Kleinfeldmannschaften)

  • es fallen sehr wenig Tore, wodurch sich die Begeisterung in Grenzen hält

  • inkonsequente Regelumsetzungen oder wöchentlich unterschiedliches Regelwerk


Die Folge aus diesen Punkten ist, dass die Meinung über den Futsalsport leidet.

Aussagen wie "Dieser sch*** Futsal!" oder "Früher hat es viel mehr Spass gemacht zuzuschauen." hört man immer häufiger auf den Tribünen.

Doch ist der Futsal an diesen Beobachtungen denn wirklich Schuld?

Wir sagen: Nein!


Futsal ist das, was man daraus macht.

Es liegt häufig an der spielerischen Ausrichtung vieler Vereine und der Trainer.

Denn, ob ich eine flache und zielgerichtete Spieleröffnung von meinen Spielern fordere, liegt immer noch an mir als Trainer.

Ich kann meine Spieler auch dazu ermutigen, ins 1 gegen 1 zu gehen, anstatt den Sicherheitspass zum Torwart zu suchen.


Doch aus den Beobachtungen zahlreicher Hallenturniere, glauben wir leider nicht, dass sich die grundlegende Spielausrichtung im deutschen Jugendfussball gross verändern wird.


Verteidigen ist leichter als angreifen.

Hierzulande sieht man im Futsal mehr die Möglichkeit, durch defensives Spielen auch gegen stärkere Mannschaften zu einem "tollen 0:0" zu kommen, anstatt mit den Spielern kreative Lösungen zu suchen, um selbst zum Torerfolg zu kommen.

Dafür ist es vielen Trainern und Vereinen zu wichtig, gute Ergebnisse einzufahren und sich mit den vermeintlichen Erfolgen feiern lassen zu können.

Und so werden weite Abschläge, rustikales Einsteigen, wildes Grätschen und unkontrolliertes Ballgeschlage leider auch noch häufig unterstützt und sogar eingefordert.

Denn Verteidigen ist ja bekanntlich leichter, als anzugreifen.


Wir würden uns daher über Regelanpassungen freuen, um die Hallen-Spielkultur etwas zu verändern:

  • Die Rückpassregel in allen Altersklassen einführen (Torwart darf den Rückpass nicht mehr in die Hand nehmen)

  • kumulierte Fouls auch bei Kleinfeldmannschaften

  • klares einheitliches Regelwerk insbesondere bezüglich des Grätschens und Foulspiels

  • Aushang der wichtigsten Regeln auf der Tribüne, sodass die Zuschauer nachvollziehen können, warum welche Entscheidungen fallen


Wir glauben, dass gerade die Einführung der Rückpassregel einiges verändern könnte.

Warum dieses Relikt aus früheren Zeiten überhaupt noch existiert, ist ohnehin fraglich.


Die deutsche Spielkultur ist keine Kunst, sondern Arbeit.

Dass wir in Deutschland aber den Futsal sehen, den wir in südamerikanischen Ländern beobachten können, darauf können wir wohl noch lange, wenn nicht sogar ewig warten.

Denn deutscher Fussball ist nicht geprägt von Künstlern, sondern von Arbeitern.

Dennoch kann man durch Regelanpassungen den ein oder anderen Anstoss in eine Richtung geben, ein paar Künstler mehr zuzulassen und damit die Spielerqualität im deutschen Jugendfussball zu steigern.


Wir würden uns sehr freuen, in Zukunft häufiger tolle Einzelaktionen zu sehen, als die unterschiedlichen Arten lang geschlagener Bälle betrachten zu müssen.


Wir für unseren Teil, werden alles daran setzen, den spielerischen Mehrwert im Futsal zu sehen und diesen auch unseren Spielern beizubringen.


Weil Futsal Spass macht - oder zumindest machen könnte.


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